Archiv: Anekdote
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Die Freunde: Mozart und Haydn
Unter großen Musikern ist Eifersucht oft fast ein Standard. Bei Mozart und Haydn nicht. Welche Rivalitäten auch immer um sie herum existierten – diese beiden spielten dieses Spiel nicht. Haydn schrieb Symphonien, bevor Mozart überhaupt „mitmischte“. Doch Mozarts Aufstieg war so rasant, dass er den älteren Meister bald einholte – und sogar überflügelte, bis es…
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Eine erschrockene Desdemona
Manuel Garcia besaß eine schöne Stimme – und ein rasendes Temperament. Seine Tochter Maria, die später zu einer der berühmtesten Primadonnen der Welt werden sollte, erbte etwas von diesem Feuer, was der häuslichen Ruhe nicht gerade half. Als Monsieur Malibran um Marias Hand anhielt, geriet Garcia außer sich und verweigerte seine Zustimmung. Im Haus herrschte…
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Der Ärger eines Komponisten
Moscheles – Virtuose, Komponist und Lehrer – hatte eine Schwäche, die viele Lehrende teilen: Er redete gern. Unterricht konnte schnell vom Stoff des Schülers zu Geschichten, Erinnerungen und Namen aus seinem langen Leben abdriften. Unterhaltsam? Sehr. Effizient? Nicht immer. Und die Schüler, ehrlich gesagt, nahmen es gern mit. An einem Morgen aber war offensichtlich etwas…
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Haydns vornehmer englischer Schüler
Haydn gefiel vieles an London, aber es gab mindestens eine Art von „Schüler“, die er vermutlich gern hinter sich gelassen hätte – auch wenn es solche Leute sicher ebenso in Wien gab. Eines Tages kam ein Adeliger zu ihm, schwärmte von Musik und bot an, ein paar Kompositionsstunden zu nehmen – für eine Guinea pro…
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Lablache und Tom Thumb
Lablache war vielleicht der größte Bass, den die Bühne je kannte: groß, kräftig gebaut, mit einem Kopf, den man „den schönsten, der je einen menschlichen Körper schmückte“ nannte. Seine Stimme war überwältigend – und doch vollkommen kontrolliert. Und er verstand Spaß. Einmal war er in Paris zur selben Zeit wie Tom Thumb, der berühmte kleine…
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Ein Sänger mit Verstand
Santley, der englische Bariton, war nicht nur für Erfahrung und Können bekannt, sondern auch für etwas, das auf der Bühne oft am meisten zählt: ruhige Nerven und gesunden Menschenverstand. Das zeigte sich eines Abends im Jahr 1865, als er Papageno in Mozarts Die Zauberflöte sang. Das Londoner Theater war voll besetzt, und im letzten Akt…
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Sontags „Rache“ (die keine war)
Henrietta Sontag startete nicht oben. Zu Beginn ihrer Karriere wurde sie in Wien von Anhängern ihrer Rivalin Amelia Steininger von der Bühne ausgebuht. Viele wären daran zerbrochen. Sontag machte weiter – bis sie in ganz Europa als führende deutsche Sängerin ihrer Zeit gefeiert wurde. Viele Jahre später, auf dem Höhepunkt ihres Ruhms, fuhr sie durch…
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Ein zweiter Napoleon
Boucher war ein Geiger, der die Aufmerksamkeit von Karl IV. von Spanien auf sich zog und schließlich zum besonderen Violinisten des Königs ernannt wurde. Er hatte außerdem einen ungewöhnlichen Vorteil: Er sah Napoleon I. erstaunlich ähnlich. Auf einer Reise durch Russland fiel das auch Kaiser Alexander auf. Der Czar ließ ihn kommen und zeigte ihm…
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Mendelssohn und die vorbeisummende Fliege
Komponisten leihen ständig aus der Natur: einen Rhythmus, einen Ruf, einen Klang, der im Ohr bleibt. Die Natur liefert Rohmaterial; die Kunst formt es. Felix Mendelssohn sprach offen über solche „Schulden“. Er sagte einmal zu einem Freund, dass er—anders als Beethoven, der das Rauhe und Heroische wie ein musikalischer Jupiter malen könne—wenigstens Wälder und Felder,…
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Lablache mit zwei Hüten
Der große Sänger Luigi Lablache war nicht nur für seine Stimme berühmt, sondern auch für seine Komik. Er erzählte gern Geschichten, bei denen seine Freunde in schallendes Gelächter ausbrachen. Einmal wartete er darauf, vom König von Neapel empfangen zu werden. Durch die offenen Türen zog es kalt, und Lablache bat um die Erlaubnis, seinen Hut…