Archiv: Anekdote
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Eine Episode aus dem Leben eines Künstlers
Carl von Weber fand nach Jahren voller Entbehrungen und Theaterwanderschaft mit seinem schlecht gelaunten Vater schließlich eine ruhigere Stellung: Er wurde Privatsekretär von Herzog Ludwig von Württemberg, dem Bruder des Königs Friedrich. Der Herzog war ein ausgesprochener Verschwender. Wenn er wieder einmal „klamm“ war, musste Weber zum König gehen und um eine weitere Zuwendung bitten.…
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Mendelssohn komponiert zum Vergnügen
Komponieren ist nicht nur Einfall, sondern auch viel praktischer, beinahe ‚mechanischer‘ Arbeit. Doch wer viel schreibt, kann lernen, Ideen mit erstaunlicher Geschwindigkeit aufs Papier zu bringen—besonders, wenn Termin oder Stolz im Spiel sind. Mendelssohn wollte einmal für eine Benefizaufführung von ‚Ruy Blas‘ eine Romanze und eine Ouvertüre liefern. Andere Pflichten hielten ihn auf; fertig wurde…
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Der richtige Mäzen
Piccinni, der Komponist, der später Gluck im Wettstreit um das musikalische Paris beinahe den Rang ablief, hatte gleich zu Beginn seiner Laufbahn ein glückliches Erlebnis. Frisch vom Konservatorium in Neapel bot er einem Intendanten seine erste Oper an. Wie so viele Erstlinge wurde sie abgelehnt. Prinz Vintimilla erfuhr davon und fragte den Intendanten: „Wie viel…
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Handels Ausweg
Zu Beginn seiner Laufbahn hörte Händel, dass die Organistenstelle in Lübeck frei sei. Er machte sich zu Fuß auf den Weg, um sich zu bewerben—und stieß dort auf eine erstaunliche Bedingung. Wer die Stelle bekam, musste die Tochter des verstorbenen Organisten heiraten. Händel drehte um und ging ohne Bewerbung wieder zurück. Wäre das Mädchen hübscher…
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Ein Hut voller Perlen
Jenny Lind erhielt viele Komplimente, und kaum eine Sängerin verdiente sie mehr. Manche Bewunderer lobten sie so überschwänglich, dass sie sie bei Gelegenheit gern ein wenig auf die Schippe nahm. Luigi Lablache, der berühmte Bass, hörte sie zum ersten Mal und fand keinen stärkeren Ausdruck als: ‚Jeder Ton war eine Perle.‘ Später trafen sich beide…
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Der Zugaben‑Besessene
Ein englischer Autor nahm sich einmal jene Zuhörer vor, die überall und immer Zugaben verlangen—und merkte an, dass diese ‚Spezies‘ nicht auf Großbritannien beschränkt ist. Es gebe, schrieb er, mindestens zwei Arten, Bewunderung zu zeigen: eine angenehme und eine unangenehme. Leider habe die unangenehme viel mehr Anhänger. In ihrem Eifer, Respekt zu bekunden, werden drei…
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Manuskript für Töpfe und Kessel
Beethoven hatte es nie leicht mit Vermieterinnen und Dienstboten. Während er an seiner Messe in D arbeitete—begonnen 1819 und gedacht für die Feier zur Ernennung seines Freundes Erzherzog Rudolph zum Erzbischof von Olmütz im folgenden Jahr—wuchs das Werk, je mehr er sich hineinsteigerte. Als er es schließlich vollendete, lag die Feier schon zwei Jahre zurück.…
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Ein Empfang, den sie nicht bekam
Für Adelina Patti war einmal ein glanzvoller Empfang geplant—der am Ende gar nicht stattfand. Sie sollte mit einem bestimmten Ozeandampfer in New York eintreffen, und ihr Manager wollte, dass die ganze Stadt es mitbekommt. Er charterte sechzehn große Schlepper, schmückte sie mit Flaggen und ließ sie sich zu beiden Seiten des Schiffs aufstellen, wenn es…
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Rossini hört das Unmögliche
Jahrhundertelang hatte die Flöte ihren Ruf: In manchen Tonarten brillant, in anderen nahezu unbrauchbar. Vor etwa 1835 waren bestimmte Tonleitern, Triller und schnelle Läufe so unhandlich, dass kluge Komponisten sie schlicht nicht schrieben. Dann kam Theobald Boehm. Durch eine neue Bauweise und ein neues Klappen‑ und Griffsystem machte er alle Tonleitern und Triller möglich—und vor…
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Wie man einen Sänger zum Singen bringt
Es gibt viele Wege, einen sturen Sänger zum Singen zu bewegen. John Abell—berühmter Tenor zur Zeit Karls II.—erlebte eine der einfallsreicheren Methoden. Als geborener Verschwender reiste Abell durch Europa, um seine Finanzen zu sanieren. Als er in Warschau ankam, war sein Ruf ihm vorausgeeilt, und man befahl ihm, vor dem König und dem Hof zu…