Archiv: Anekdote
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Ole Bull: Bogen und Degen
Händel war nicht der einzige große Musiker, der je ein Duell ausfocht. Ole Bull hatte seine eigene Episode – und offenbar führte er den Degen fast so sicher wie den Geigenbogen. Als Student in Deutschland geriet er in eine ausgelassene Studentengruppe, die ein Konzert geben wollte. Ihr Geiger war so betrunken, dass er unbrauchbar war,…
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Der Papagei spricht besser
Perfekte Kontrolle über das Instrument bedeutet nicht automatisch Kontrolle über die Zunge. Der englische Cellist Lindley war ein gefeierter Musiker, aber im Alltag stotterte er stark. Eines Tages entdeckte er in London in einem Schaufenster einen Papagei zum Verkauf. Er blieb stehen und fragte den Händler, stotternd: „K-k-kann er s-s-sprechen?“ Der Händler, der reine Neugier…
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Komponistenrituale
Komponisten entwickeln oft seltsame Gewohnheiten, ohne die sie angeblich nicht arbeiten können. Haydn meinte, er könne ohne den Ring, den ihm Friedrich der Große geschenkt hatte, nicht schreiben – und das Papier musste makellos weiß und von bester Qualität sein. Gluck arbeitete am liebsten mitten auf einem Feld. Rossini behauptete, er sei am produktivsten, wenn…
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Ole Bull setzt auf Rot
1831 kam der einundzwanzigjährige norwegische Geiger Ole Bull zu Fuß nach Paris: kaum Geld, keine Empfehlungen – aber fest entschlossen, gehört zu werden. Binnen weniger Tage wurden ihm Kleidung und Geige gestohlen. In seiner Verzweiflung dachte er sogar an die Seine. Ein Zufallsbekannter – es war Vidocq, der berühmte Detektiv – schlug ihm einen Plan…
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Scarlatti ließ ihn verzweifeln
Der englische Musiker Thomas Rosengrave war in Italien bei einer Abendgesellschaft, als ein stiller, unscheinbarer junger Mann gebeten wurde zu spielen. Rosengrave schrieb, es habe sich angefühlt, als säßen „zehnhundert Teufel“ am Instrument – solche Läufe und Effekte habe er noch nie gehört. Er fühlte sich so übertroffen, dass er behauptete: Hätte er ein Messer…
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Zwei Götter – und trotzdem nichts
Der Pianist Vladimir de Pachmann war berühmt für Virtuosität *und* Exzentrik: Grimassen, Gesten, plötzliche Wutausbrüche. Nach einem New Yorker Recital wollte ihm ein Kollege gratulieren und fand ihn wütend auf der Bühne auf und ab laufend. „Ach Gott! Diese Amerikaner – sie verstehen keine Musik. Ich gehe zurück nach Deutschland. Hier wissen sie nichts. Ich…
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Eine plötzliche Heilung
Eine Operntruppe zu leiten heißt: jederzeit mit Überraschungen rechnen – vor allem, wenn eine Diva im letzten Moment „zu krank“ ist. Als Mme. Gerster in St. Louis die *Lucia* singen sollte, ließ sie dem Manager ausrichten, sie sei krank und könne nicht auftreten. Er vermutete, dass es nicht so schlimm sei, und verlangte ein Attest…
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Irische Begeisterung
Am letzten Abend ihrer Konzertserie in Dublin 1868 bekam die Sopranistin Mlle. Titiens Ovationen, wie sie selbst Opernstars selten erleben. Nach der Arie „Ocean, Thou Mighty Monster“ aus Webers *Oberon* sprang das Publikum auf: Einige riefen nach einer Wiederholung, andere nach irischen Liedern. Sie entschied sich für „The Last Rose of Summer“, doch das Orchester…
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DAS GRÖSSTE MUSIKALISCHE WUNDERKIND
Ein Werk, das Dr. William Crotch vor Jahren herausgab, erinnert an etwas Bemerkenswertes: Es ist schwer, einen noch außergewöhnlicheren Beweis musikalischen Genies bei einem Kind zu finden, das kaum dem Säuglingsalter entwachsen ist, als Crotch selbst. Er wurde 1775 geboren, und schon mit zwei Jahren zeigte er große Freude an Musik. Er konnte auf der…
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EIN TEST DER FRÜHREIFE
Der junge Mozart war vielleicht nicht das extremste Wunderkind der Geschichte, aber eines der wenigen, dessen frühe Brillanz nicht verpuffte. Sein musikalisches Leben wuchs – stetig und kontinuierlich. Über ihn kursierten wilde Geschichten, manche sicher übertrieben. Doch wann immer Mozart oder seine Eltern etwas über seine Fähigkeiten behaupteten, konnte er es auch belegen. Der Erzbischof…