Porporas versehentliche Ketzerei

In der Kirchenmusik werden heilige Worte manchmal zum Vorwand für Effekte. Wenn die Musik großartig ist, verzeiht man Wiederholungen—man denke an Händels gewaltigen ‚Amen‘-Chor im Messias, eine brillante Fuge aus einem einzigen Wort.

Gefährlich wird es, wenn der Komponist nicht Händel ist. In lateinischen Liturgietexten werden Wendungen oft wiederholt, und wer die Sprache nicht wirklich versteht, kann leicht inhaltlichen Unsinn produzieren. Porpora—Haydns Lehrer—erfuhr das auf die harte Tour. Beim Vertonen des Credo ordnete er die Worte so an, dass es sinngemäß hieß: ‚Credo, non credo, non credo in Deum‘ (‚Ich glaube; ich glaube nicht; ich glaube nicht an Gott‘). Geistliche waren entsetzt, und nur weil er eingestand, dass er kein Latein könne und es nicht so gemeint habe, entkam er ernsten Folgen.

Der Autor merkt hinzu, dass schwächere Komponisten gelegentlich schlechte Poesie, noch schlechtere Theologie und schwache Musik auf einmal zusammenbringen.