Ein Geigerstreich

Arcangelo Corelli bekam einmal Besuch von einem reisenden deutschen Geiger namens Strunck. Nach höflichem Gespräch bat der Gast Corelli zu spielen. Corelli tat es und gab sich alle Mühe, zu gefallen.

Dann erwiderte Corelli die Höflichkeit und bat Strunck zu spielen. Der Deutsche spielte—absichtlich—nachlässig, und Corelli, stets großzügig, lobte seine Bogenführung und meinte, mit Übung könne er ein ausgezeichneter Spieler werden.

Strunck lächelte nur. Er verstimmte heimlich alle vier Saiten gründlich… und legte dann mit verblüffender Brillanz los, wobei er die falsche Stimmung allein mit den Fingern korrigierte.

Corelli war fassungslos. „Man nennt mich Archangelo“, rief er, „aber beim Himmel—Sie müssen ein Archdiavolo sein!“