Wie Paganini zu seiner Lieblingsgeige kam

Mit siebzehn lebte Niccolò Paganini bereits vom Applaus—und verzockte das Geld oft genauso schnell. Sobald er sich der strengen Kontrolle seines Vaters entzogen hatte, stürzte er sich in das damalige Nachtleben, vor allem ins Glücksspiel. Mehr als einmal verlor er in einer Nacht die Einnahmen mehrerer Konzerte; zeitweise musste er sogar seine eigene Geige verpfänden, um Schulden zu bezahlen.

In Leghorn (Livorno) wurde es brenzlig: Seine Geige war verpfändet, ein Konzert stand bevor, also brauchte er dringend eine Leihgeige. Er hörte, ein französischer Kaufmann besitze einen außergewöhnlichen Guarneri, und bat um das Instrument. Der Kaufmann willigte ein und legte ihm die wertvolle Geige in die Hand.

Nach dem Konzert brachte Paganini die Geige zurück. Der Besitzer—selbst ein guter Geiger—war so überwältigt, dass er ausrief: „Ich werde niemals die Saiten entweihen, die deine Finger berührt haben. Das Instrument gehört dir!“

Paganini spielte diesen Guarneri fortan sein ganzes Leben lang und vermachte ihn später seiner Heimatstadt Genua, wo er unter Glas aufbewahrt wurde. Berichten zufolge wurde er nach seinem Tod nur einmal gespielt—von seinem Schüler Camillo Sivori († 1894).