Malibran besteht auf jeder Guinee

Maria Garcia—besser bekannt als Madame Malibran—hatte keinen leichten Anfang. Ihr Vater, ein feuriger und anspruchsvoller Lehrer, trieb sie hart an; jahrelang stand sie mit ihm auf der Bühne, auch auf Tourneen durch Amerika. Als ein Mann namens Malibran sich als wohlhabender Bankier ausgab, sah sie die Ehe als Fluchtweg. Es wurde keiner: Er hatte kaum Geld und lebte bald von ihren Einnahmen. Erst nachdem ein französisches Gericht die Ehe annulliert hatte und sie später den großen Geiger Charles-Auguste de Bériot heiratete, wurde ihr Leben ruhiger.

Am stärksten blieb jedoch ihre Großzügigkeit in Erinnerung. Etwa ein Jahr vor ihrem Tod engagierte sie ein italienischer Professor für ein Konzert zu ihrem üblichen Honorar: zwanzig Guineen. Das Konzert wurde ein finanzieller Fehlschlag. Am nächsten Tag kam er verlegen, erklärte die Lage und fragte, ob sie sich mit weniger zufriedengeben würde.

Malibran bestand auf dem vollen Betrag. Er zählte langsam zwanzig Pfund hin. „Nein“, sagte sie, „meine Bedingungen sind zwanzig Guineen, nicht Pfund.“ Seufzend legte er noch einen Sovereign dazu und murmelte: „Meine arme Frau und die Kinder.“

Malibran nahm das Geld und tat so, als wolle sie gehen—drehte sich dann um und legte alles wieder in seine Hände. „Ich habe auf dem vollen Betrag bestanden“, sagte sie, „damit die Summe umso größer ist, die Sie annehmen können.“