COOPERATIVE COMPOSITION

1837 kam eine wohltätige Prinzessin in Paris auf eine Idee mit echtem Star‑Line‑up: Ein neues Klavierstück sollte als Gemeinschaftswerk der sechs angesagtesten Virtuosen erscheinen—und der Erlös sollte obdachlosen italienischen Patrioten in Paris helfen.

Als Thema wählte man ein Duett aus Bellinis *I Puritani*. Die Besetzung war absurd gut: Liszt, Thalberg, Pixis, Herz, Czerny und Chopin. Jeder schrieb eine Variation; Liszt lieferte Einleitung und Finale. Weil es sechs Komponisten waren, hieß das Werk *Hexameron*.

Und es war nicht einmal Liszts erster „Collab“. Jahre zuvor hatte der Wiener Verleger Diabelli fünfzig Komponisten beauftragt, Variationen über einen Walzer zu schreiben. Kleiner Fun Fact: Variation Nr. 24 stammte von Franz Liszt—da war er elf.

All‑star‑Compilations gibt es in der Klassik schon sehr lange.