DAS GRÖSSTE MUSIKALISCHE WUNDERKIND
Ein Werk, das Dr. William Crotch vor Jahren herausgab, erinnert an etwas Bemerkenswertes: Es ist schwer, einen noch außergewöhnlicheren Beweis musikalischen Genies bei einem Kind zu finden, das kaum dem Säuglingsalter entwachsen ist, als Crotch selbst.
Er wurde 1775 geboren, und schon mit zwei Jahren zeigte er große Freude an Musik. Er konnte auf der Orgel Melodien wie „God Save the King“ nachspielen und sogar kleine Themen improvisieren, dazu eine einfache, aber treffende Harmonie setzen.
Seine Eltern führten ihn stolz dem König, der königlichen Familie und anderen Würdenträgern vor, und überall reagierte man mit staunender Bewunderung. Mit vier Jahren war er bereits mehrfach öffentlich aufgetreten.
Er konnte jeden gehörten Ton benennen und liebte wohlklingende Harmonien. Eine Dissonanz hingegen ertrug er nicht – sie rief sofort sichtbaren Unmut hervor.
Auch Mozart war ein Wunderkind – doch hier wird behauptet, sein Genie habe sich nicht ganz so früh gezeigt wie das von Crotch.
Mozart wurde einer der größten Komponisten aller Zeiten. Crotch hingegen, der 1799 in Oxford den Doktortitel der Musik erwarb und zu seiner Zeit als bedeutender Musiker galt, ist heute – ironischerweise – fast vergessen.